Solar Orbiter Mission hat jetzt grünes Licht

11-03-2011 Picture of the month, November, 2011 from  Wolfgang Schmidt

 

Am 4. Oktober 2011 hat das Programm-Komitee der ESA das Projekt “Solar Orbiter” als nächste wissenschaftliche Mission ausgewählt (s. Pressemitteilung der ESA). Im Jahr 2017 soll der „Orbiter“ seine lange Reise in Richtung Sonne beginnen. Solar Orbiter wird sich der Sonne bis auf eine Entfernung von rund 40 Millionen Kilometern nähern – noch nie war ein von Menschen gemachtes Objekt der Sonne so nahe. Die Umlaufbahn ist so gewählt, dass der Orbiter sich im Laufe der Zeit aus der Ebene der Erdbahn heraus bewegt, und man somit erstmals die Pole der Sonne aus der Nähe wird beobachten können. Die damit verbundene große Wärmebelastung ist eine der technischen Herausforderungen dieses Projekts.

Das KIS entwickelt für eines der Instrumente an Bord des „Orbiter“, den Photospheric and Helioseismic Imager (PHI*), federführend die Bildstabilisierungsanlage (ISS). Das Konsortium schließt auch spanische Institute mit ein. Die Bildstabilisierungsanlage ist als „Correlation Tracker“ konzipiert und umfasst einen schnell beweglichen Kippspiegel mit Piezoantrieb, eine Hochgeschwindigkeitskamera, Elektronik und Software zur Steuerung und Servobetrieb.

Eine weitere Herausforderung für die Entwicklung des ISS ist der eng begrenzte Rahmen für die Masse (800 g) und den Leistungsbedarf (5 W). Zu den Hauptaufgaben des KIS gehören auch die Funktionstests und der Nachweis der Weltraumtauglichkeit des Geräts. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den „Preliminary Design Review“, der im Januar 2012 bei der ESA stattfindet. In diesem Zusammenhang stehen auch die Labortests eines Prototypen des Kippspiegel-Antriebs. Das nebenstehende Bild zeigt den Testaufbau des Prototypen im Optiklabor des KIS.

 

(*) PHI wird von einem internationalen Team unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung gebaut.